Schweiz
Konsum - Detailhandel

Das Wägen bei Coop und Migros ist der FDP zu kompliziert

The fruit and vegetable department at the branch of retailer Coop at the shopping center Seewen Markt in Seewen, Canton of Schwyz, Switzerland, on May 15, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Gemuese- u ...
Keinen, Plastik oder Stoff – seit diesem Jahr müssen sich Konsumentinnen und Konsumenten mit der Sack-Frage herumschlagen.Bild: KEYSTONE

Mit oder ohne Plastiksack? FDP und Bundesrat stören sich an dieser Frage

28.11.2025, 09:5228.11.2025, 09:52

Wer bei Migros und Coop Gemüse oder Früchte kauft, muss sich häufig auf die Suche nach einer Waage machen. Seit diesem Jahr muss zusätzlich angegeben werden, ob die Nahrungsmittel mit oder ohne Sack gewogen werden. Diese simple Frage scheint aber viele Kundinnen und Kunden zu verunsichern.

Mittlerweile ist die Diskussion um diese Praxis der Detailhändler Gegenstand in der nationalen Politik. Die Basler FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger verlangte in einem Vorstoss Ende September, dass diese Frage wieder aus dem Alltag der Kundinnen und Kunden verschwinden soll:

«Der Nutzen dieser Praxisänderung erschliesst sich nicht. »
Daniela Schneeberger, FDP Nationalrätin Basel-Landschaftparlament.ch

Die Detailhändler seien «mit zusätzlichem Informatik- und Kontrollaufwand konfrontiert». Auch für die Konsumentinnen und Konsumenten ergebe diese Praxis keinen Mehrwert, im Gegenteil. Der Kaufprozess «verlängere und verkompliziere» sich dadurch nur unnötig. Und weiter:

«Besonders bei älteren Konsumentinnen und Konsumenten führt dies zu unnötiger Frustration.»
Daniela Schneeberger, FDP Nationalrätin Basel-Landschaft

Bundesrat stimmt zu

In einer Stellungnahme zeigt sich nun auch der Bundesrat damit einverstanden, dass die Regelung erneut geändert wird, wie 20 Minuten zuerst berichtete. «Der Bundesrat ist mit der Wiedereinführung der Ausnahmeregel für Schutzsäcke bis zu 2 Gramm einverstanden», heisst es in der Stellungnahme.

Damit soll das Gesetz wieder auf den Stand von 2024 zurückgedreht werden und die Praxis der 2-Gramm-Bagatellregel erneut gelten. Dies hiesse, dass die Händler auf Waren, die selbst abgewogen werden, wieder 2 Gramm auf das Nettogewicht draufschlagen können.

Um erneute Umstellungskosten zu vermeiden, will die Regierung es den Detailhändlern überlassen, ob sie erneut auf die alte Praxis umsatteln oder ob sie bei der neuen Praxis bleiben wollen. (leo)

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66 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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James McNew
28.11.2025 10:20registriert Februar 2014
Dass sich Bundesrat, Parlament und Verwaltung damit beschäftigen müssen, verursacht viel mehr Kosten als diese absolut harmlose Massnahme, die nun wirklich niemandes Alltag beeinträchtigt, solange er nicht von ideologischer Wut getrieben ist 🤷🏻‍♂️

Aber hey, FDP, für Freiheit und weniger Bürokratie und so gell…
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Roli_G
28.11.2025 10:01registriert Januar 2021
Glaubt die FDP, dass wir alle extrem dumm sind und nicht entscheiden können ob wir ein Säckli in der Hand haben oder nicht?

Oder dass uns ein Touchscreen mit der Auswahl "mit oder ohne Sack" überfordert?
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Klaus Trophobie
28.11.2025 10:53registriert Mai 2023
Die sollten sich besser um wichtige Themen kümmern, bin mir sicher die gibt es.

Es ist genau das gleiche wie bei den Namen von Vegiprodukten, wenn ein Politiker damit überfordert ist, dann zweifle ich an seiner Kompetenz für seinen Job !
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